In tropischen und subtropischen Gebieten gingen die ersten Perlen- und Schwammtaucher ihrer Tätigkeit nackt oder nur im Lendenschurz nach. Auch diese Gewässer sind in größerer Tiefe und bei längerem Aufenthalt empfindlich kühl. Da es sich bei den Tauchern vielfach um Sklaven handelte, wurde dem zumeist wenig Bedeutung beigemessen.
Konrad Kyeser beschreibt um 1405 Taucheranzüge aus Leder zu militärischer Verwendung. Die niedrigeren Wassertemperaturen beispielsweise in Nord- und Ostsee machten es unerlässlich, den Körper vor Wärmeverlust zu schützen. So wurden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Taucher in einer Taucherglocke zum Wrack der Vasa hinabgelassen, um die Kanonen zu bergen. Diese trugen lederne Anzüge von minimaler Schutzwirkung, sodass auch sie erbärmlich froren. Gleichwohl waren Leder und Wolle bis Mitte des 19. Jahrhunderts die einzigen zur Verfügung stehenden Stoffe, die Bewegungsfreiheit und (wenn auch geringen) Wärmeschutz boten. Jedoch schützten diese Anzüge ihren Träger etwas vor Verletzungen.
Mit Erfindung der Vulkanisation von Gummi durch Charles Goodyear im Jahre 1839 (patentiert 1844) stand dann ein robustes wasserdichtes Material zur Verfügung. Dieses setzte sich nach und nach durch. Dabei war die isolierende Wirkung des Gummis selbst zu vernachlässigen, aber da der Taucher in dem Anzug weitgehend trocken blieb, konnte er wärmendes Unterzeug aus Wolle tragen.
Neopren wurde 1930 erfunden. Als Material für Tauchanzüge wurde es 1954 von der Firma Barakuda (sic!) auf dem Markt eingeführt.
Seit einigen Jahren setzt sich für Trockentauchanzüge auch das Material Trilaminat durch.
Trilaminat
Als Textillaminat bezeichnet man ein mehrschichtiges, flexibles Flächengebilde, das mindestens ein Textil (Gewebe, Gewirke, oder Vliesstoff) enthält, das mit weiteren Schichten flächig verbunden ist. Diese weiteren Schichten können ebenfalls Textilen,Folien aus Kunststoff oder Metall, Schaumstoff oder andere. sein. Die Verbindung erfolgt stoffschlüssig z. B. durch Verkleben oder Verschmelzen auf speziellen Textilmaschinen.
Durch die Lamination entsteht ein Material, das die Eigenschaften seiner Ausgangsmaterialien kombiniert: So liefert ein kräftiges Gewebe Reiss- und Abriebfestigkeit, eine Kunststofffolie Wasser- und Winddichtigkeit, und die Verbindung mit einer Metallfolie ergibt ein lichtundurchlässiges Material, das unter Umständen auch noch Wärmestrahlung reflektiert.
Besonders bekannt sind Textillaminate besonders durch ihren Einsatz als Klimastoffe in der Funktionsbekleidung. Dabei wird das Textil im Allgemeinen mit einer sehr dünnen Membranfolie laminiert, die mindestens winddicht und atmungsaktiv, meist auch wasserdicht ist.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Laminat-Werkstoffen können Textillaminate im Allgemeinen auch wie Textilien weiterverarbeitet werden, z. B. durch Nähen.
Dieses Material enthält im Gegensatz zu dem für Nasstauchanzüge verwendeten Neopren weniger Luftblasen, so dass einerseits die Wärmeleitfähigkeit höher ist, andererseits dieses Material durch den mit der Wassertiefe zunehmenden Umgebungsdruck nicht so stark verdichtet wird. Die beiden Materialien unterscheiden sich in bezug auf das Fertigungsverfahren: Gerüchteweise wird kolportiert, "gecrashtes" Mateial werde zerhäckselt und dann wieder zusammengefügt, "gecrushtes" würde komprimiert. Wie dem auch sei, als Ergebnis beider Verfahren reduziert sich sie Größe bzw. Anzahl der Luftblasen und das Material wird dünner.
Diese Anzüge haben grundsätzlich ein höheres Isolationsvermögen als Anzüge aus Trilaminat. Es wird in diesem Zusammenhang häufig argumentiert, dass Anzüge aus (Crash-) Neopren aus den genannten Gründen Vorteile bieten, wenn der Anzug aufgrund eines Defektes einmal vollaufen sollte. Diesen theoretisch vorhandenen Effekt, bei einem massiven Wassereinbruch in den Anzug nicht oder deutlich langsamer auszukühlen, darf man jedoch keinesfalls überschätzen. Aufgrund der hohen Wärmekapazität von Wasser wird es sehr lange dauern, bis eine eingedrungene größere Menge Kaltwasser auf Körpertemperatur erwärmt wurde.